Dekarbonisierungspfad:
Mit großer Anstrengung hat das HBA an den Vorläufern des Dekarbonisierungsfahrplan gearbeitet und akribisch die Auswertungen bewertet und gelistet. In der Zusammenarbeit mit der IWB Braunschweig (Immobilienwirtschaftliche Beratung GmbH) konnten noch ergänzende Bewertungskriterien und die Erweiterung auf nationale Standards ergänzt werden, welche sich jetzt im Einklang befinden.
Das Ergebnis teilt unter Berücksichtigung mehrerer Punkte die städtischen Gebäude in vier grundlegende Cluster. Der angewandte Hebel liegt dabei stärker auf der technischen Gebäudeausstattung / Heizungssanierung und weniger auf der Gebäudehüllsanierung.
Dadurch wird eine schnellstmögliche Emmissionsreduzierung erreicht und die Investitionskostenaufwendungen auf ein wirtschaftliches und technisches Optimum verbessert. Die Investitionssumme beträgt in diesem Zusammenhang rund 25 Millionen Euro, wobei die Anzahl der MitarbeiterInnen die Umsetzungsdauer erheblich beeinflussen kann und nicht alle Gebäude auf diese Weise dekarbonisiert werden können.
Cluster 1 = 48 Gebäude mit Heizungssanierung
Cluster 2 = 61 Gebäude mit Heizungssanierung, zuzüglich Sanierung der Gebäudehülle
Cluster 3 und 4 werden vorerst nicht weiter betrachtet
Cluster 3 = 7 Gebäude für weitere Detailuntersuchung
Cluster 4 = 3 Gebäude ohne Handlungsbedarf, weil diese bereits gute Werte besitzen
Im Gebäudebestand befinden sich 10 Heizungsanlagen die älter sind als 20 Jahre, d. h. diese werden umgehend durch moderne, sparsame und energieeffiziente Systeme ersetzt. Alternativ könnte über einen Drittanbieter ein Wärmecontracting in Betracht kommen. Parallel werden vom Hochbauamt Gebäude mit hohen Emissionswerten identifiziert und zur zeitintensiveren Sanierung vorbereitet.
In Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Mitarbeiteranzahl kann sich der Umsetzungszeitraum verändern. Zudem ist der verfügbare Mittelabfluss aus der Haushaltsplanung ein limitierender Faktor. 2025 wurde vom Gemeinderat der Dekarbonisierungspfad mit einem Investitionsvolumen von 25 Mio. Euro bis 2034 beschlossen. Damit wurde der Umfang der Maßnahmen gegenüber dem ursprünglichen Pfad nochmals auf 77 Gebäude verringert.
Als erste Maßnahmen aus dem bewilligten Dekarbonisierungspfad werden 6 Gebäude in den Stadtbezirken Dingelsdorf und Wallhausen an das Nahwärmenetz von Solarcomplex angeschlossen. Laut dem letzten Rundbrief erwartet Solarcomplex, nach Erhalt aller Genehmigungen und Förderzusagen, Anfang 2026 mit dem Bau zu beginnen.
Zudem stehen für das Jahr 2026 Planungsleistungen und Projektstarts für Einsparcontractingmaßnahmen an. Aktuell werden die Maßnahmen weiter geprüft und konkretisiert und in der Folge Berater beauftragt und der Maßnahmenumfang vorbereitet.
Energetische Fassadensanierung Kita Paradies
In der Kita Paradies wird mit der Sanierung der Fassade begonnen. Die Abdichtung der Bodenplatte muss erneuert werden sowie der Übergang Außenwände zur Dachkonstruktion. So werden Feuchteschäden verhindert und die thermische Gebäudehülle intakt gesetzt, was den Heizverbrauch senkt.
Energetische Sanierung Stephansschule
In der denkmalgeschützten Stephansschule werden 2025 Fenster saniert sowie das Flachdach der Turnhallte saniert. Auf dem Flachdach der Turnhalle wird zudem eine PV-Anlage installiert. In den kommenden Jahren werden die Geschossdecke sowie die Satteldächer saniert werden und ebenfalls eine PV-Anlage installiert.
Neubau Anbau Schänzlehalle
Im Jahr 2025 wird der Neubau Schänzlehalle fertiggestellt. Das Gebäude weißt einen Dämmstandard unter dem EnEV auf. Mit einer Aufdach- und Fassaden-Photovoltaikanlage in Verbindung mit Speicher und Wärmepumpe ist das Gebäude weitestgehend energieautark. Die Fassaden-Photovoltaikanlage ist dabei die erste auf einem städtischen Gebäude.
Bereich PV-Ausbau:
Das Jahr 2024 spiegelt für die Stadt Konstanz ein erfolgreiches Jahr im Zusammenhang mit der Umsetzung aus dem Bereich PV-Ausbau wieder. Es wurden zusätzlich 6 PV-Anlagen montiert und die Gesamtanlagenzahl auf 40 erhöht, mit einer jährlichen Erzeugung von über 1,3 Mio. kWh.
2025 wurden bereits PV-Anlagen auf dem Campingplatz Klausenhorn installiert. Zudem wurde auf dem neuen Anbau der Schänzlehalle die erste Fassaden-PV-Anlage installiert sowie ein Dachanlage. Das Hochbauamt hat drei PV-Anlagen externer Firmen auf städtischen Dächern abgekauft, um den Netzstrombedarf im Gebäude zu senken und damit CO2 und Kosten zu sparen.
Als Vorzeigeprojekt ist die Installation einer 205-kWp-Anlage auf der GSS für 2026 geplant. Ende 2026 sind dann fast 2 MWp PV-Leistung auf städtischen Gebäude installiert.
Intelligente Thermostate:
Das Hochbauamt hat erfolgreich in der Stephansschule (2021), dem Rathaus Konstanz (2022) und ganz aktuell in der Haidelmoosschule und der Villa Rheinburg (2025) intelligente Heizkörperthermostate als digitales Wärmemanagement installiert. Insgesamt wurden damit rund 550 herkömmliche Thermostate ausgetauscht, womit bis zu 25 % an Heizenergie eingespart werden. Im Moment werden weitere Gebäude sowie die zu verbauenden Technologien für weitere Installationen geprüft.
Contracting:
Der Dekarbonisierungspfad beinhaltet Gebäude für ein mögliches Wärmecontracting.
Für die Sanierung der Heizungsanlage im Suso-Gymnasium ist ein Wärmeliefercontracting-Vertrag mit den SWK abgeschlossen worden. Die Umsetzung ist gestartet und die Fertigstellung der neuen Heizanlage bis zur Winterperiode 2026-2027 projektiert.
Optimierung technischer Ausstattung:
Auch 2025 werden weitere Heizanlagen einstellungstechnisch optimiert, nachdem in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Einsparpotentiale generiert wurden.
Eine der letzten Ölheizungen stand in der Max-Stromeyer-Str. 120 zur Sanierung. Die Installation der modernen Hybridheizung Wärmepumpe/Pellet wurde im Oktober 2025 fertiggestellt. Zudem wurde die Lüftung der Schänzlehalle als großer Stromverbraucher erkannt und optimiert. Die Firma Ebbert prüfte dabei die Stromeinsparungen unterschiedlicher Betriebseinstellungen und erzielte damit Verbrauchseinsparungen.
LED-Sanierung:
In der Feuerwehrzentrale Konstanz sowie der Halle Petershausen wurden 2025 die alten Leuchtmittel durch moderne LED-Leuchten ersetzt. So kann eine Stromeinsparung für die Beleuchtung von bis zu 80 % erzielt werden.
Erfassen der Verbrauchsdaten:
Um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, wurden auch 2025 nach KSG §18 die Verbrauchsdaten der städtischen Einrichtungen dem Land Baden-Württemberg zusammengestellt und fristgerecht übertragen.